{"id":319,"date":"2020-04-18T16:48:59","date_gmt":"2020-04-18T15:48:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=319"},"modified":"2020-05-06T15:43:02","modified_gmt":"2020-05-06T14:43:02","slug":"aus-der-helena-reihe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=319","title":{"rendered":"aus der Helena-Reihe"},"content":{"rendered":"<h5>S t .\u00a0 H e l e n a \u00a0I\u00a0 \u2013<i> \u00a0<\/i>Die Insel (Einleitung)<i><\/i><\/h5>\n<p>\u201aSt. Helena\u2018, schrieb Wilhelm N. einleitend zu seiner Chronik der laufenden Ereignisse \u2013 einem Auftragswerk des Instituts f\u00fcr kritische Heimatfor-schung in A. (Anbruck), \u201aist eine kleine Insel von knapp 30 Quadratkilome-tern. Sie liegt, topographisch gesehen, etwa 47 Grad n\u00f6rdlicher Breite und 13 Grad \u00f6stlicher L\u00e4nge (plus \u2013 minus). Die Insel ist gebirgig; die kleine Stadt gleichen Namens \u2013 neben einigen unbedeutenden Weilern einziger Ort der Insel \u2013 breitet sich in einer von einem Bergkranz gebildeten Senke aus, die nur wenige Zug\u00e4nge zum Meer l\u00e4sst. Da sich am Grund dieser \u2013 eigentlich eine Mulde oder flacher Trichter \u2013 nur beschr\u00e4nkt Platz findet, quellen die H\u00e4user wie Pilzkulturen an den Berglehnen hoch. \u2013 Die Be-wohner St. Helenas, vor allem die alteingesessenen unter ihnen (die Urschicht), glauben, dass sie und ihre Insel einmalig w\u00e4ren, obwohl, wie allgemein bekannt ist, ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung, namentlich die Intelligenz des Ortes, aus Zugewanderten besteht. Viele der Eingeborenen behaupten sogar, dass es auf dem Archipel wahrscheinlich keine zweite Insel mit \u00e4hnlich vern\u00fcnftigen Wesen g\u00e4be\u2026<\/p>\n<p>S t .\u00a0 H e l e n a\u00a0 X\u00a0 \u2013\u00a0 aus dem Vorspann \u201aNarrentrilogie\u2018<\/p>\n<p>Der Narr (Spieler)<\/p>\n<p>Gestatten, dass ich mich vorstelle: Bin der\u00a0 N a r r ,\u00a0 der gro\u00dfe Narr \u2013 anthro-momorphe Abspaltung des Autors\u2026 Womit der Grundton angeschlagen, die Grundsituation umrissen, mein Auftrag gekl\u00e4rt ist\u2026<\/p>\n<p>Sie sehen: steh\u2018 im Mittelpunkt des Podiums, dort, wo sich die Bodendiago-nalen kreuzen, aber doch nur bedingt \u201aauf den Brettern, die (angeblich) die Welt bedeuten\u2018 \u2013 vielmehr werden Sie feststellen,\u00a0 S i e ,\u00a0 die im\u00a0 Grunde gar nicht anwesend, sondern abwesend sind \u2013 sprech\u2018 lediglich zu leeren St\u00fch-len\u2026, ja, werden feststellen, dass ich w\u00e4hren des Spielens dieses Nicht-Spiels mehr und mehr versinke, bis nur mehr der Kopf\u2026 \u2013 Sie sehen ja: meine Narrenschuhe sind schon zu\u00a0 d i e s e m\u00a0 Zeitpunkt nicht mehr sichtbar; dabei: es wird noch ganz anders kommen, wenn ich erst dem \u201aDada\u2018 und dem Nichts zu Leibe r\u00fccke. Der Narr wird dem einen wie dem andern den Garaus machen; oder auch nicht\u2026 Oh, diese meine Schw\u00e4che f\u00fcr alles Narrhafte, N\u00e4rrische! Es ist wunderbar, ein Narr zu sein, stets in Narrenkleidung herumzulaufen und damit jedem zu suggerieren: Ich bin einer von der Narrenzunft!<\/p>\n<p>Aus dem Zehnerbuch:<\/p>\n<p><i>Tagebuch:<\/i> \u00a0Bin ich an einem Totpunkt des Buchs angelangt? Dieser Tag war voll Rumoren, \u00c4chzen und Poltern: \u00a0d e r \u00a0V u l k a n ! \u00a0\u2013 \u00a0aber es kam keine Lava\u2026 Gewiss, f\u00fchlte mich abgespannt; aber die Ursache muss tiefer sitzen, muss eine sein, die das Flie\u00dfen der Assoziationen gar nicht erst aufkommen lie\u00df. Irgend etwas hat offenbar sowohl mich als auch das Buch selbst (die Buch-Kugel) verst\u00f6rt. \u2013 Sag bewusst\u201a mich und das Buch\u2018, da wir beide doch eine Einheit bilden\u2026 Was den einen aus dem Konzept bringt, bringt auch den andern daraus. Das eben ist Einheit von Autor \u00a0und Werk! \u00a0<i>Forts. \u00e0 la Roman<\/i>: \u00a0Ja, diese Verst\u00f6rung!\u00a0 W a r\u00a0 es solche und nicht vielmehr Aus-wuchs seiner, Wilhelm N\u2019s nach wie vor so fremden Kugelwelt? Das ganze bisherige <i>St. Helena X<\/i>, nein, die <i>Helena<\/i>-B\u00e4nde \u00fcberhaupt: war\u2018s nicht, besser: waren sie nicht ein einziges Hineinfragen in seine eigene Mensch-lichkeit \u2013 das Menschliche und sogar das \u00dcbermenschliche? Ging also wieder der \u201a\u00dcbermensch\u2018 um?! Aber der konnte nicht gemeint sein. Wil-helms \u00fcbermenschlich Gemeintes war ein anderes; nicht eines \u201ajenseits von Gut und B\u00f6se\u2018; es\u00a0 w a r \u00a0einfach; war \u201ain der Kugel\u2018, in der Kugel\u00a0 G o t t . \u00a0\u2013\u00a0 W a r ?\u00a0 Auch nicht, da es ein \u201awar\u2018 im Kugeligen nicht gab, blo\u00df bestehende Gegenw\u00e4rtigkeit!<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S t .\u00a0 H e l e n a \u00a0I\u00a0 \u2013 \u00a0Die Insel (Einleitung) \u201aSt. Helena\u2018, schrieb Wilhelm N. einleitend zu seiner Chronik der laufenden Ereignisse \u2013 einem Auftragswerk des Instituts f\u00fcr kritische Heimatfor-schung in A. 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