{"id":281,"date":"2020-04-18T16:26:30","date_gmt":"2020-04-18T15:26:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=281"},"modified":"2020-04-18T16:29:25","modified_gmt":"2020-04-18T15:29:25","slug":"das-danaergeschenk","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=281","title":{"rendered":"Das Danaergeschenk"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Buch ist ein Experiment \u2013 dadurch, dass hier sehr pers\u00f6nliche, scheinbar durchwegs ich-bezogene Texte ver\u00f6ffentlicht sind.<\/p>\n<p>Dieses \u201aanalytische Buch\u2018, analytisch im Sinne des permanenten Versuchs, dem dichterischen Proze\u00df nachzusp\u00fcren, scheint uns ein notwendiges Buch, das nicht nur, aber vor allem dem sch\u00f6pferisch engagierten Menschen unsrer Zeirt zu gr\u00f6\u00dferem Verst\u00e4dnis der eigenen Position verhelfen kann\u2026<\/p>\n<p>Wer diese Texte liest, wird immer wieder feststellen, da\u00df der Autor an ent-scheidenen Stellen entweder hinter dem eigenen Ich zur\u00fcckbleibt und ins All-gemeing\u00fcltige vorst\u00f6\u00dft, oder, in Hervorkehrung des Ichs, die letzte Verantwor-tung \u00fcbernimmt. Es handelt sich also um ein \u201averfremdetes Ich\u2018, das vielfach stellvertretend f\u00fcr die Allgemeinheit steht \u2013 jene, die noch zur Reflexion und Kommunikation f\u00e4hig ist und sich im Autor wiedererkennt: an ewig gleichen Grundsituationen und \u201aArchetypen\u2018 \u2013 letztlich jedoch in der Frage und Suche nach\u00a0 G o t t ,\u00a0 die eigentliches, im\u00a0 Grunde einziges Anliegen des Autors ist\u2026<\/p>\n<p>Bonatti geh\u00f6rt jener skeptischen Generation an, die den Zerfall der geistigen, re-ligi\u00f6sen und kulturellen Werte, den Mi\u00df-brauch und Ver-brauch unserer Zivili- sation besonders schmerzlich empfindet und sich auf den Weg gemacht hat, die Kulturl\u00fcge der Zeit zu entlarven. Er ist einer unserer sprachbesessenen, mit ba-rockem Erbe belasteten Dichter, dem Wahrheit und das rechte Wort gr\u00f6\u00dftes An-liegen sind. Mit scharfer Beobachtung unserer wechselhaften geistigen und menschlichen Situation, mit psychologischer Skurrilit\u00e4t und Groteske will er das Hintergr\u00fcndige aufzeigen. Sein Weltbild, ein scharf durchdachtes, engagiertes Christentum, ist voll von mystischen Bez\u00fcgen (nicht ohne die Zweifel) und mit viel religi\u00f6s bestimmter Soziakritik behaftet. In Stil und Methode, aber auch im Lebensgef\u00fchl Kafka verwandt, teilt er allerdings nicht dessen hoffnungslosen Pessimismus. Seine Wortspiele, die sto\u00dfenden Assoziationen, psychologischen Effekte und halben S\u00e4tze (z. B. in <i>Diagnose 20\/08)\u201971<\/i>), die experimentelle Sprache (Wortumstellungen), das Experiment auch in Aufbau und Technik des Erz\u00e4hlens (etwa die kurzen wissenschaftlich-definitiven Einsch\u00fcbe, der Sekun-denstil, die Plastizit\u00e4t der Gedankenbilder, die Brechungen und Untertbrechun-gen) ergeben, im Ganzen betrachtet, etwas Surrealistisches \u2013 und Originelles. W\u00fcrde man einen Vergleich mit der Malerei ziehen, so k\u00e4me Bonatti am ehesten Hieronymus Bosch oder der heutigen Richtung des \u201aPhantastischen Realismus\u2018 nahe.\u00a0 In allem bem\u00fcht, die Gr\u00f6\u00dfe des G\u00f6ttlichen transparent zu machen, sucht er f\u00fcr den Menschen unserer Zeit neue Chancen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Buch ist ein Experiment \u2013 dadurch, dass hier sehr pers\u00f6nliche, scheinbar durchwegs ich-bezogene Texte ver\u00f6ffentlicht sind. Dieses \u201aanalytische Buch\u2018, analytisch im Sinne des permanenten Versuchs, dem dichterischen Proze\u00df nachzusp\u00fcren, scheint uns ein notwendiges Buch, das nicht nur, aber vor &hellip; <a href=\"https:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=281\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":265,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/281"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=281"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/281\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":289,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/281\/revisions\/289"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=281"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}