{"id":278,"date":"2020-04-18T16:25:37","date_gmt":"2020-04-18T15:25:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=278"},"modified":"2020-04-18T16:29:01","modified_gmt":"2020-04-18T15:29:01","slug":"irrlichter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=278","title":{"rendered":"Irrlichter"},"content":{"rendered":"<p>Bonattis Texte sind erratische Bl\u00f6cke in der Landschaft unsrer Gegenwarts-literatur. Von ihnen geht eine doppelte Faszination aus, welche auf der meta-physischen Besessenheit des Autors wie auf ihrer formal-\u00e4sthetischen Ge-schlossenheit beruht.<\/p>\n<p>Unser so oft zitiertes Zeitalter der Sprachlosigkeit erweist sich bei Bonatti als ein Zeitalter der Sprechlosigkeit, der Unf\u00e4higkeit zum Dialog, nicht aber seiner Unm\u00f6glichkeit zum inneren, metaphysisch fundierten Monolog.<\/p>\n<p>Bonattis Sprache bleibt keinen Augenblick l\u00e4nger als n\u00f6tig an der Oberfl\u00e4che. Schon nach wenigen pr\u00e4gnanten S\u00e4tzen der Einleitung strebt sie der Tiefe zu, bricht Schale um Schale der Bewu\u00dftheit auf, entbl\u00e4ttert die seelischen Struk-turen, schonungslos sezierend. Wer die Kontexte dieser Texte er-fa\u00dft und um-greift, wei\u00df mehr vom geistigen Zustand unsrer Welt, als ihm Tonnenladungen von Tatsachenberichten vermitteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bonattis Texte sind in sich geschlossene Klein-Kosmologien, in welchen die grammatikalischen Zusammenh\u00e4nge zugunsten musikalischer Formprinzipien durchbrochen werden \u2013 \u00e4hnlich wie die Reihentechnik in der Musik die Harmo-nik umfunktioniert. Bei n\u00e4herem Zusehen erweisen sich die erratischen Bl\u00f6cke seiner Prosa als feinziselierte, diffizil durchformte Gebilde mit ineinander ge-schachtelten Themensplittern, Motivschleifen und\u00a0 kontrapunktischen Zusam-menh\u00e4ngen. Hier steht nach strenger Durch-Arbeitung kein Wort zu viel oder zu wenig. Der Leser steht im Nachvollzug eines autonomischen Reinigungspro-zesses der Sprache\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonattis Texte sind erratische Bl\u00f6cke in der Landschaft unsrer Gegenwarts-literatur. Von ihnen geht eine doppelte Faszination aus, welche auf der meta-physischen Besessenheit des Autors wie auf ihrer formal-\u00e4sthetischen Ge-schlossenheit beruht. Unser so oft zitiertes Zeitalter der Sprachlosigkeit erweist sich bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=278\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":265,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/278"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=278"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":286,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/278\/revisions\/286"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hugobonatti.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}