{"id":2,"date":"2013-03-18T17:28:32","date_gmt":"2013-03-18T16:28:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hugobonatti.at\/wordpress\/?page_id=2"},"modified":"2020-04-20T08:09:26","modified_gmt":"2020-04-20T07:09:26","slug":"beispiel-seite","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.hugobonatti.at\/?page_id=2","title":{"rendered":"\u00dcber mich"},"content":{"rendered":"<p><b>Hallo, literarisch Interessierte<\/b><b>&nbsp;\u2013<\/b><\/p>\n<p>willkommen auf meiner Homepage!<\/p>\n<p>Hier finden Sie, neben meiner Biographie, eine \u00dcbersicht zu meinem Schaffen&nbsp;(Werkverzeichnis), eine Charakteristik zum literarisch-k\u00fcnstlerischen Wollen, wichtigste Orte, wo ich &nbsp;meine \u201aunsterblichen Werke\u2018 vorgetragen habe, dazu Zitate aus Rezensionen und anderes.<\/p>\n<p>Bin geb\u00fcrtiger Innsbrucker (01. 04. \u201833) \u2013 von s\u00fcdtirolischen&nbsp; Eltern, lebe jedoch seit 1956 im ber\u00fchmten Schi-Ort Kitzb\u00fchel. War \u00fcber Jahrzehnte&nbsp; p\u00e4dagogisch t\u00e4tig, u. a. Religionslehrer (kath.) \u2013 nebenbei auch schriftstellerisch bzw. journalistisch. Seit 1993 im \u201aUnruhestand\u2018.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um aber bzgl. meiner Person und Herkunft zu pr\u00e4zisieren:<b><\/b><\/p>\n<p>Verstehe mich \u2013 bitte, kein schlechter Treppenwitz \u2013 trotz meines eindeutig italienischen Namens doch als \u201awaschechten Tiroler\u2018. Freilich wei\u00df die Chronik von einem entferntest verwandten Italiener, sogar einem ber\u00fchmten \u2013 gewisser Guido Bonatti (um 1300), seines Zeichens Astrologe und Astronom aus Forli und so nebenbei Falschm\u00fcnzer (wenn\u2019s stimmt!), ein mit dem Kirchenbann Belegter, also Exkommunizierter, weshalb ihn Dante Alighieri in seiner&nbsp;<i>G\u00f6tt-lichen Kom\u00f6die<\/i>&nbsp;in den achten H\u00f6llenkreis verbannte\u2026 Was mich betrifft, pfle-ge ich meine Rechnungen allerdings weder mit falscher M\u00fcnze noch mit \u201aBl\u00fcten\u2018 zu begleichen. Dies nebenbei!<b><\/b><\/p>\n<p>Am Beginn stand, dies mu\u00df betont werden, ein geradezu \u201abrennendes Interesse\u2018 an Musik, nebenbei \u2013 seltsamerweise \u2013 f\u00fcr Technik, sehr fr\u00fch jedoch auch f\u00fcr Literatur, f\u00fcr welche ich mich schlie\u00dflich entschied, nachdem ich \u201aan musi-kalischen Gestaden\u2018 (technisches Interesse begleitete mich weiterhin) nur be-dingt Landeerlaubnis erhielt. Bin sozusagen verhinderter Musiker, im beson-deren Komponist (das Sch\u00f6pferische!); trotzdem spielte in meinem Leben die Musik weiterhin eine gro\u00dfe Rolle \u2013 insofern, als meine fr\u00fchen Kompositions-versuche ins Literarische umschlugen; hei\u00dft: komponiere und komponierte statt mit T\u00f6nen und Akkorden sozusagen mit Lauten und W\u00f6rtern, was sich deutlich in der von musikalischen Elementen durchsetzten Prosa zeigt \u2013 jener Form, in welcher ich mich vornehmlich und haupts\u00e4chlich ausdr\u00fccke (musikalisch orientiert ist \u00fcbrigens auch die Art meines Rezitierens, s. u.), die Anwendung von Kompositionstechniken aber extrem ausgepr\u00e4gt in meinen sogen. \u201aSprech-oratorien\u2018 wie etwa der&nbsp;<i>Megapolis<\/i>, der&nbsp;<i>Missa eleison et Da Requiem&nbsp;<\/i>et cetera<i>.<\/i>&nbsp;Trug meine Texte relativ h\u00e4ufig im Ausland vor (wiederum s. u.), haupts\u00e4chlich an Universit\u00e4ten&nbsp; bzw. Germ. Instituten, wo ich eher, teils sogar gro\u00dfe Erfolge hatte. (Ein \u00f6sterreichisches Schicksal? Haha!) So hei\u00dft es z. B. in den \u201aKonfi-gurationen Nr. 6\u2018 der Akademie Bydgoszcz \/ Polen \u2013 Essay \u00fcber mich, Titel:&nbsp;<i>Der literarische Komponist H. J. Bonatti und seine Wirklichkeiten: Literatur&nbsp; und Musik sind ihm komplement\u00e4r<\/i>\u2026 &nbsp;<i>F\u00fcr die \u00f6sterr. Literatur bleibt der vitale Wortk\u00fcnstler eine bemerkenswerte und einzigartige Erscheinung \u2013<\/i>&nbsp;Prof. Dr. M. Perliki\u00e9wicz. Ich wei\u00df, riecht nach Selbstlob, und dieses stinkt&nbsp; bekanntlich allemal; aber wie sollt\u2018 ich sonst\u2026?!) \u2013 Relativ wenig \u201aLandeerlaubnis\u2018 erhielt ich, wenn ich Bilanz ziehe, ebenso bei Verlagen. (War freilich nie bereit, mich zu verbetteln!)<\/p>\n<p><b>Werdegang:<\/b><\/p>\n<p>Geb. 01.04.1933 in Innsbruck.<\/p>\n<p>Ab 1956 Volksschullehrer in&nbsp;Kitzb\u00fchel,&nbsp;sp\u00e4ter Lehrer an der Kaufm\u00e4nnischen Berufsschule.<\/p>\n<p>In den 1950ern Beginn der&nbsp;literarischen T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Erste Ver\u00f6ffentlichungen in den 1960ern,&nbsp;Mitwirken in vielen Rundfunksendungen f\u00fcr Radio Tirol.<\/p>\n<p>1972&nbsp;Erscheinen meines erstes Buchs&nbsp;<i>Irrlichter<\/i>.<\/p>\n<p>Ich schreibe in erster Linie Prosa, daneben aber auch Lyrik, Dramatik sowie Artikel und Rezensionen f\u00fcr die Presse.<\/p>\n<p>Zahlreiche Lesungen nicht nur&nbsp;in \u00d6sterreich, sondern auch im Ausland: Kroatien, Polen, Slowenien, Tschechien, Polen,&nbsp;New York usw.<\/p>\n<p>Vize-Pr\u00e4sident der Sektion Tirol des \u00d6sterreichischen P.E.N Clubs.<\/p>\n<p>Vorstandsmitglied und Zweigstellenleiter des Turmbunds.<\/p>\n<p>Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Lexikon Literatur in Tirol\" href=\"http:\/\/orawww.uibk.ac.at\/apex\/uprod\/f?p=20090202:2:2837306385491086::NO::P2_ID,P2_TYP_ID:57\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lexikon Literatur in Tirol<\/a><\/li>\n<li><a title=\"WIkipedia Hugo Bonatti\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hugo_Bonatti_(Schriftsteller)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Versuch einer Charakteristik meiner literarischen Vorstellungen, bezogen&nbsp; auf die Werke der mittleren Periode und des Alterswerks \u2013 vor allem der <i>Odysseen W\u2019s<\/i> und des <i>Helena-Zyklus<\/i>:&nbsp; <\/b><\/p>\n<p>Es ist die Frage: Gibt es bei mir so etwas wie ein immer wiederkehrendes, sozu-sagen ein Hauptthema?<\/p>\n<p>Gewi\u00df \u2013 n\u00e4mlich die Frage: Was passiert eigentlich beim Schreiben &nbsp;bzw. wie entsteht \u00fcberhaupt ein Buch? F\u00fcr mich eine entscheidene Sache \u2013 neben anderen Problemen, da meine Literatur kaum&nbsp; Handlungsabl\u00e4ufe kennt, von, wie ich\u2019s nenne, &nbsp;H a n d l u n g s z e l l e n &nbsp;abgesehen. Konkret gesagt: Bei mir gibt\u2019s \u2013 zumindest im sp\u00e4teren Werk \u2013 keine Stories; auch kaum Dialoge\u2026 In diesem Sinn stellen <i>die Odysseen W\u2018s<\/i> und die <i>Helena<\/i>-B\u00e4nde keine&nbsp; R o m a n e&nbsp; dar, vielmehr&nbsp; A n t i \u2013 Romane, wenn man will Essay-, Minimal-, Quasi-, Un-, Nicht-Romane \u2013 was bedeutet, da\u00df ich statt konventioneller Literatur vielleicht blo\u00dfe \u201aLetteratur\u2018 schreibe oder doch zu schreiben scheine. Man k\u00f6nnte sagen: ich suche das normalerweise Nicht- oder blo\u00df als F\u00fcllmaterial Geschriebene, sozusagen die \u201aL\u00f6cher\u2018 im Literarischen und mach\u2018&nbsp; d i e s e (s) zum Thema. Ich hatte bereits sehr fr\u00fch die (zugegeben) skurrile Idee \u2013 komm\u2018 ja (s. o.) von der Musik her \u2013 in dieser, in den Kompositionen, sozusagen die L\u00fccken zwischen den Intervallen, eben die \u201aL\u00f6cher\u2018, aus den Noten herauszufiltern und daraus neu Kompositionen zu schaffen, was allerdings nie geschah. \u2013 Im Literarischen w\u00e4ren \u2013 bei mir \u2013 diese L\u00f6cher und L\u00fccken die \u201aNichthandlungen\u2018, also die lan-cierten Zwischenbriefe, Tagebuchnotizen, sogen. Intermezzi und so weiter, welche zwischen die Roman-Fragmente gesetzt sind. Stories, vor allem erfun-dene \u2013 und das sind schlie\u00dflich die meisten \u2013 interessieren mich seit eh und je nicht \u2013 gewisserma\u00dfen das <i>Es-war-einmal<\/i>, daf\u00fcr die begleitenden, nein,&nbsp; n i c h t&nbsp; begleitenden Form- und Stilprobleme; d. h., das (scheinbar) Nebens\u00e4chliche ist vielfach zum Haupts\u00e4chlichen und damit zum Selbstzweck erhoben\u2026 Womit ich zu der von mir entwickelten <i>Kugelbuch-Idee<\/i> komme:<\/p>\n<p>Was hat zu dieser gef\u00fchrt? \u2013 Nun, hab\u2018 immer nach einem Stil gesucht, in den alles, aber auch gar alles integriert werden kann, d. h., das Erhabene ebenso wie fallweise das Banale (dieses in Grenzen!), das Wichtige, Vordringliche, Ent-scheidende ebenso wie das unwichtig Letzte \u2013 bis zur Freude an blo\u00dfen (ab-strakten) Linien und&nbsp; Punkten, d. h. an Spielereien (Schein- und wirkliches Spiel; letztlich sind\u2019s Gesetze des Musikalischen, welche verfolgt werden) und an blo\u00dfen \u201aGittern\u2018, also dem Ger\u00fcst eines Buchs. Zu diesem Zweck, um alles in Harmonie, in \u201aEinheit\u2018 zu bringen, hab\u2018 ich die sogen. \u201aWegener\u2019sche Theorie von der Schollendrift\u2018 (Plattentektonik) auf das Literarische \u00fcbertragen, was bedeutet, dass die einzelnen Abs\u00e4tze, Kapitel, aber auch kleineren Einheiten (Fragmente) gewisserma\u00dfen auf dem literarischen Magma schwimmen, auf einer&nbsp; K u g e l, &nbsp;ordnen sich jedoch nach immanenten Gesetzen einander logisch zu \u2013 dies freilich nur bedingt sicht- und einsehbar&#8230;&nbsp; K u g e l&nbsp; deshalb, weil die- se Ausdruck des Anfangs- und Endelosen und damit&nbsp; Z e i t l o s e n&nbsp; ist \u2013 Sinn-bild f\u00fcr das Allbewu\u00dftsein\u2026 &nbsp;Ich pers\u00f6nlich glaube nur bedingt an das, was wir&nbsp;&nbsp;&nbsp; Z e i t&nbsp; nennen \u2013 vielmehr war ich stets auf der Suche nach dem zeitlos Simul-tanen \u2013 wahrscheinlich, was das Gleichzeitige betrifft, angeregt durch die Besch\u00e4ftigung mit dem Kubismus in der Malerei, den auf das Literarische zu \u00fcbertragen ich immer wieder bestrebt war \u2013 etwa in meinem Sprechoratorium <i>Megapolis<\/i>. Will also keine Zeit-Linie und damit kein Vorher-Nachher-Denken, sondern strebe im Literarischen ein, wenn man will, <i>Pr\u00e4sens simultanis<\/i> oder <i>aeternis<\/i> an, als End(nicht)zustand\u2026<\/p>\n<p>Womit ich bei meinen \u201aVerneinungen\u2018 bin, welche jedoch im Endeffekt, da minus mal minus bekanntlich&nbsp; p l u s&nbsp; ergibt, Bejahung bedeutet. Solche Ver-neinung, auch nicht doppelte, f\u00fchrt allerdings nicht automatisch zu Vollendung; diese kann ja keineswegs Sache des produzierenden&nbsp; K\u00fcnstlers sein.&nbsp; E r&nbsp; be-reitet nur vor\u2026, und so hab\u2018 ich als Metapher f\u00fcr die Vollendung,&nbsp; gleichfalls sehr fr\u00fch, den <i>Computer der Sch\u00f6pfung<\/i> eingef\u00fchrt, in welchem sich alles durch Aus-, Ein- und Umgliederung bzw. durch \u201aGezweiung\u2018 \u2013 komm\u2018 von Othmar Spanns Ganzheitsphilosophie her \u2013 vollendet. Der Schreibende, Malende, Bild-hauernde, Komponierende et cetera liefert nur die Rohform. Bo\u00dfle zwar eifrig an meinen \u201aLiteraturkugeln\u2018 herum, schaffe aber nicht die Vollkommenheit. Letztlich ist dieser \u201aSch\u00f6pfungscomputer\u2018 ja nichts anderes als&nbsp; G o t t ,&nbsp; bei mir ins Dichterische zu <i>Godot <\/i>umgedeutet, womit ich bewu\u00dft dem Nihilismus <i>Becketts <\/i>entgegentrete\u2026<\/p>\n<p>Zu all dem gesellt sich, dass mich \u2013 und somit ein weiteres Element meines (gewi\u00df extravaganten) Schreibens und Denkens angesprochen \u2013 nur mehr \u201aSprache als solche\u2018 im wahrsten Sinn des Wortes anspricht.&nbsp; S i e&nbsp; liefert mir die n\u00f6tigen Vergleiche.&nbsp; S i e&nbsp; mit ihren \u201anutenartigen Bewegungen\u2018, ihrem Austausch , auch in ihren Erstarrungen und vor allem ihrem&nbsp; K l a n g ,&nbsp; ver-gleiche ich mit der Schollendrift und komme dadurch zu einer Prosa, die ich&nbsp; to- tal&nbsp; nennen m\u00f6chte, weil eben in ihr (s. o.) alles Platz findet. Geb\u2018 allerdings zu: was ich da schildere, besser zu erkl\u00e4ren versuche, ist \u2013 man k\u00f6nnte vorsichtig &nbsp;so sagen \u2013 ein \u201aSchreiben als ob\u2018; denn, wie man sieht: ich tue und mache alles, was in der Literatur schlechthin verboten ist \u2013 nicht etwa berechnend absicht-lich; es kommt einfach so aus mir heraus. Hab\u2018 relativ fr\u00fch die \u201eThemenlo-sigkeit\u201c zu meinem eigentlichen Thema gemacht, sie als solches entdeckt. (Siehe z. B. meinen&nbsp; Text <i>Wut eines Autors \u00fcber den verlorenen Inhalt<\/i>!) Ich glaub\u2018 einfach, da\u00df die Literatur des 3. Jahrtausends von der bisherigen grund-verschieden sein mu\u00df, weil sie von v\u00f6llig anderen Bedingungen, entgegenge-setzen Voraus-Setzungen herkommt: praktisch zeit- und damit handlungslos! Wir leben schlie\u00dflich l\u00e4ngst im Bewu\u00dftsein eines vielleicht unendlich gro\u00dfen&nbsp; Kosmos\u2018 mit m\u00f6glicherweise sogar unendlich vielen Universen, in welchem bzw. welchen es weder Handlungen noch Stories gibt, blo\u00df &nbsp;E x p a n s i o n , &nbsp;in Vorstellungen auch eines A. Einstein, also der Relativit\u00e4t. (Deren Prinzipien auf das Literarische \u00fcbertragen, zumindest versuchsweise!) Man k\u00f6nnte sagen: Bisherige Gestaltungen quasi nach Newton, zuk\u00fcnftige dementsprechend nach heutiger Erkenntnis! Und wir leben \u2013 wenn ich jetzt aus den Weiten des Alls in die Enge unsrer \u201aMutter Erde\u2018 und auf meine kleine Insel \u201aSt. Helena\u2018 zur\u00fcck-kehren darf, im Zeitalter der Vernetzungen; deshalb ja mein dauerndes Zitieren, die leidigen Selbst- und auch Fremdzitate (will ja meine Literaturen miteinander \u2013 ja, eben vernetzen, und zwar zu einer einzigen riesigen \u201aLiteraturkugel\u2018!) und&nbsp; m\u00f6cht\u2018 meine Leser am Schaffensproze\u00df teilnehmen lassen. Baue auch deshalb die \u201aGer\u00fcste\u2018 nicht ab, sodass man sieht\u2026 Hab\u2018 mich schon immer f\u00fcr die Skiz-ze mehr interessiert als f\u00fcr das fertige Kunstwerk. (Finde z. B. die Entw\u00fcrfe eines Leonardo wesentlich interessanter als etwa die fertige Mona Lisa, die Skizzenb\u00fccher Beethovens attraktiver als die fertigen Werke, die Pl\u00e4ne Goethes zum \u201aFaust\u2018 mindestens ebenso ansprechend wie das fertig vorliegende Werk.) Da gibt es in meinen Texten \u2013 &nbsp;f\u00fcr den Leser vielleicht nicht ganz uninteressant , interessanter als erfundene, konstruierte Stories \u2013 Schleusen, Wehren, Aufstau-ungen, Auft\u00fcrmungen, Begradigungen, Absenkungen, Bremsmechanismen und Prallh\u00e4nge\u2026; da bleckt (literarische) Magma durch Spalten\u2026; da bewegt man sich auf erkalteten Krusten und Platten\u2026 Die S\u00e4tze, Ab-s\u00e4tze, Kapitel vielfach wie in einen M\u00fchltrichter geworfen \u2013 unten kommt das (wiederum literarische) Pulver heraus, dieses durch Bindemittel (Sprach\u00fcberg\u00e4nge et cetera) zum Klo\u00df&nbsp; geformt\u2026 Mach\u2018 das nicht bewu\u00dft; es kommt aus meinem (beinah h\u00e4tt\u2018 ich gesagt) \u201akugeligen Wesen\u2018, resultierend aus meinem Denken, nein, meinem \u201aTotalit\u00e4tsanspruch\u2018. \u2013 In diesem Zusammenhang auch wichtig der Begriff \u201aAustausch\u2018. Die Personen, diese (bei mir blo\u00dfen) \u201aKunstfiguren\u2018, ebenso die Orte: austauschbar! A ist zugleich B, C zugleich D \u2013 jenachdem und je nach Notwendigkeit.&nbsp; D e s h a l b&nbsp; auch die \u201aVerneinungen\u2018 \u2013 h\u00e4ufig und wichtig (s. o.), Begriffe wie Quasi-, Kein.-, Un-, Nicht-Roman, Buch(nicht)storie, Gesamt-(nicht)konzept\u2026 Letztlich l\u00f6st sich mir alles in&nbsp; M u s i k&nbsp; auf &nbsp;(der verhinderte Komponist!) Es ist, so scheint mir, ganz typisch, dass man meine B\u00fccher, zu-&nbsp; &nbsp;&nbsp;mindest jene der <i>Odysseen W\u2019s<\/i> und der <i>Helena<\/i>-Reihe \u2013 nicht die Novellen und Kurzgeschichten \u2013 nie und nimmer \u201averfilmen\u2018 k\u00f6nnte. Das Ergebnis w\u00e4re eine Abfolge bewegter, in sich verschr\u00e4nkter, abstrakter Gem\u00e4lde (Nicht-Gem\u00e4lde) bzw. Bilder (Nicht-Bilder).<\/p>\n<p>Womit ein Weiteres angeschnitten ist\u2026: Der Maler darf wie selbstverst\u00e4ndlich abstrakt malen, der Schriftsteller jedoch keine abstrakte Literatur liefern!(?) Geb\u2018 auch&nbsp; d i e s&nbsp; zu: Derartige \u201aEinebnung\u2018, wie expliziert, ist problematisch, anderseits aber Reaktion darauf, dass in der Kunst offensichtlich jedes Ma\u00df verloren gegangen ist. Und wollte man \u00e4sthetische Ma\u00dfst\u00e4be anlegen \u2013 eben an meine <i>Helena<\/i>-B\u00fccher \u2013 jedenfalls die sp\u00e4teren und an die <i>Odysseen<\/i>\u2026: ich komm\u2018 stark vom Surrealismus her! \u201aSch\u00f6n\u2018, sagte Graf Lautr\u00e9mont, \u201adas ist die M\u00f6glichkeit des Zusammentreffens einer N\u00e4hmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch.\u2018<\/p>\n<p>Da\u00df solche&nbsp; K u g e l b \u00fc c h e r&nbsp; in der Gefahr unausstehlicher Monotonie sind, will ich, sollte jemand dieses Argument einbringen, nicht leugnen; anderseits: ein Buch ist Spiegelbild und lebt daher von st\u00e4ndig variierten Wiederholungen, was unweigerlich zum Kreislauf und, der Kreis (die Inselscheibe!) hochgestellt gedacht und in Rotation versetzt, schlie\u00dflich zur Kugelform f\u00fchrt, das hei\u00dft zur Vollendung. Die Zeit-Linie \u2013 klassisches Buch, vgl. oben Newton \u2013 l\u00e4\u00dft offen, die Kugel, das Kugel-Buch, schlie\u00dft ein, bindet den Anfang\/Nicht-Anfang an das Ende\/Nicht-Ende und hebt so die&nbsp; Z e i t&nbsp; auf . Deshalb die Tolerierung des (scheinbar) Chaotischen, des sich von selbst, eben nach immanenten Gesetzen ordnenden Chaos. (Das Bild von der Wegener\u2019schen Schollendrift!) \u201aGott w\u00fcr-felt nicht\u2018, sagte der gro\u00dfe Einstein (eigentlich dr\u00fcckte er\u2018s recht respektlos aus: Der&nbsp; A l t e w\u00fcrfelt nicht!), ich aber, ich will \u201aLiteraturw\u00fcrfler\u2018 sein, weil ich es sein&nbsp; m u \u00df &nbsp;und auch&nbsp; d a r f &nbsp;\u2013 &nbsp;wegen des \u201aComputers der Sch\u00f6pfung\u2018, der al-les selektiert und ins richtige Lot bringt. Ich erwarte sozusagen eine &nbsp;Digitalisie-rung\u2018 meiner Literaturen&nbsp; d u r c h&nbsp; diesen. Das Endergebnis (vom Endergebnis) wird&nbsp; L i e b e&nbsp; sein \u2013 die Liebe <i>Godots<\/i>,&nbsp; G o t t e s .<\/p>\n<p>Das Fazit: Schreib\u2018 ich blo\u00df f\u00fcr Insider? Unter diesen Pr\u00e4missen wahrscheinlich ja! Hab\u2018 immer den&nbsp; L\u2019art-pour-l\u2019art-Standpunkt vertreten. Schlie\u00dflich: es mu\u00df niemand die B\u00fccher lesen! Einmal aber werden sie, ungeachtet dessen, ob sich Leser gefunden oder nicht gefunden haben, vollendet sein \u2013 nicht durch mich (s. o.), sondern eben durch den <i>C. d. Sch<\/i>., den <i>Computer der Sch\u00f6pfung<\/i>, der alles, auch das Kleinste, Unbedeutendste, noch mehr das Gro\u00dfe, Bedeutende, f\u00fcr immer speichert. Es kann nichts, aber auch gar nichts verloren gehen; denn im tiefsten&nbsp; Inneren, im Zentrum der aus allen je geschriebenen B\u00fcchern zusam-mengesetzten Mega-Literaturkugel \u2013 diese also nicht blo\u00df aus meinen wenigen bestehend gemeint, wohnt <i>Godot,<\/i>&nbsp; G o t t ,&nbsp; der \u00fcber seine Literaturkinder wacht, lobt und tadelt, verwirft und als endg\u00fcltig einf\u00fcgt und alles dann Vollendete mit seinem Geist durchsetzt, das Nichteinbauf\u00e4hige aber \u2013 und es wird vieles, viel-leicht das meiste sein \u2013 fallen l\u00e4\u00dft\u2026<\/p>\n<p>Meine literarische Welt ist eine \u201aWelt der Modelle\u2018\u2026: Modelle f\u00fcr das Schrei-ben, den Schreib-Vorgang, f\u00fcr das Formen (die Formprozesse), f\u00fcr Denk-m\u00f6glichkeiten (die Metaphern!) \u2013 ja, \u201aModelle f\u00fcr Modelle\u2018 (das Simultane!); Modelle weiters eben f\u00fcr&nbsp; G o t t&nbsp; \u2013&nbsp; soll hei\u00dfen: das Zusammenfallen in Ihm, die sogen. \u201aGezweiung\u2018&nbsp; m i t&nbsp; Ihm, die Einswerdung mit allem und allen&nbsp; d u r c h&nbsp; Ihn im Zentrum der&nbsp; K u g e l .&nbsp; Dies der letzte Sinn der Kugelbuchidee! Wenn ich\u2019s etwas biblisch, fast blasphem ausdr\u00fccken darf: <i>Mein literarisches Reich ist sozusagen \u201anicht von dieser Welt\u2018<\/i>. Ich f\u00fchre, geistig gesehen, ein Kugel-Leben, und in einem solchen, da es Ausdruck des Zeitlosen und damit Ewigen ist, steht kaum ein Platz f\u00fcr Handlung bzw. Stories zur Verf\u00fcgung. <i>Die beste und wahrste Erz\u00e4hlung, wenn \u00fcberhaupt solche, ist jeder selbst<\/i> \u2013 sozusagen Erz\u00e4hl-Selbst-versorgung! Im Kosmos gibt es keine Handlung, blo\u00df&nbsp; E x p a n s i o n .&nbsp; <i>Flau-bert <\/i>notierte: \u201aDie sch\u00f6nsten Werke sind jene, in denen so wenig Stoff wie&nbsp; m\u00f6glich steckt. Ich habe (zuletzt) 50 Seiten geschrieben, in denen jedes Ereignis fehlt. Ich m\u00f6chte ein Buch verfassen \u201a\u00fcber nichts\u2018 \u2013 eines, das sich durch die innere Kraft seines Stils von selbst h\u00e4lt, das (also) praktisch&nbsp; k e i n&nbsp; O b j e k t&nbsp; aufweist oder in welchem der Gegenstand unsichtbar bleibt. \u2013&nbsp; Eine Absage an &nbsp;alles Dramatische? Ein Nein zu allem Dualistischen? \u2013 Vielleicht!<\/p>\n<p><b>Einer, der diesen \u201aVersuch einer Charakteristik meiner literarischen Vorstellungen\u2018 \u00fcberdachte, schrieb: <\/b><\/p>\n<p>Wie ich Deine Abhandlung verstehe, versuchst Du aus der Ein- oder maximal Zwei-Dimensionalit\u00e4t unsrer Literatur (auszubrechen) und in h\u00f6here Dimen-sionen vorzusto\u00dfen. Der meist longitudinal verfasste Roman gibt Dir (offenbar) zu wenig; Du willst die Schriftstellerei in komplexere Bereiche f\u00fchren \u2013 sozu-sagen vom linearen zum komplexen System , \u00e4hnlich der Sichtweise von Pro-zessen in der (heutigen) Wirtschaft, in der Physik oder Politik\u2026 Sind die&nbsp; mei-sten Werke der (g\u00e4ngigen) Literatur als klar abgrenzbar zu bezeichnen, so bist Du auf der Suche nach Schaffung von chaotisch-fraktalen Einheiten, die un- geordnet erscheinen m\u00f6gen, in der Gesamtsicht allerdings sehr wohl klaren Mustern folgen. \u2013 Bzgl. der Intention Nicht-Geschriebenes zu suchen, denke ich an die Dialektik \u201aMaterie-Antimaterie\u2018, die ohne einander zu erg\u00e4nzen nicht existieren kann. \u00c4hnlich zu sehen w\u00e4re in der Biologie die Molekularstruktur der DNA mit ihren zwei komplement\u00e4ren Str\u00e4ngen\u2026 Du suchst offenbar einen literarischen Komplement\u00e4rstrang. Leben ist ohne diesen DNA-Strang nicht m\u00f6glich\u2026 Die Idee hinter (literarisch) Materialisiertem und Dokumentiertem erscheint mir ebenso wichtig, wenn nicht unendlich wichtiger, als das Ge-schriebene selbst! So mag (bei Dir) im Hintergrund auch der Begriff des <i>Logos&nbsp; <\/i>(\u201aim Anfang war das Wort\u2018) mitschwingen und alles \u00fcberstrahlen bzw. durchdringen\u2026 So verstehe ich Dein Kugel-Buch als den Versuch, Dein lite-rarisches Werk ebenso nicht linear, sondern als drei- oder (sogar) multidi-mensionale Matrix zu verstehen. Auf &nbsp;Deine Werke bezogen, k\u00f6nnten so aus Handlungs- und Beschreibungsk\u00f6rpern entsprechende Handlungs- und Beschreibungsnetzwerke entstehen; d. h.: von einer Kugel aus kann Literatur \u00fcber Antennen in alle Richtungen des sie umgebenden Raums ausgesendet werden. (J. O. R. B.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, literarisch Interessierte&nbsp;\u2013 willkommen auf meiner Homepage! 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